RALFSCHREIBER.COM
•• EXPERIMENTS
IN MINIMAL ROBOTIC
LIVING PARTICLES WORKS
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STYROFOAM IN LOVE / FLEXIBILTITÄTSVERSUCHE
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STYROFOAM IN LOVE / Flexibilitätsversuche
im Fridericianum Kassel 2000
Eine stationäre Variante von "evas family". Eine Gruppe von
Solarrobotern hängen in Augenhöhe und drehen sich unter Lichteinwirkung
um die eigene Achse. Mit jeder Drehung generieren sie leise variable Töne.
Träger der Bauteile ist ein kleiner Styrofoamblock, der die Schwingungen
des Piezo Lautsprechers verstärkt. Die Töne werden mit jeder Drehung
in eine andere Richtung gestreut. Es entsteht ein variables, akustisches Netz.
Kleine kubusförmige Apparate hängen an dünnen Schnüren
von der Decke, bilden einen auf Kopfhöhe schwebenden Teppich. Bei näherer
Betrachtung lassen sie sich als Individuen erkennen, unterscheiden sie sich
doch leicht in Farbe und Bauart voneinander. Leise surrend und fiepend nehmen
Sie über Solarzellen Energie aus Ihrem Umfeld auf, speichern diese kurzfristig,
um sie dann in einer kurzen Drehung wieder zu verbrauchen. Die Solarbots Ralf
Schreibers sind artifizielle Lebensformen, intelligente kleine Roboter, die
auf die Veränderung innerhalb ihres Umfeldes reagieren. Fehlt Licht und
damit Energie bleiben sie stumm und bewegungslos. Erst durch den äußeren
Impuls werden sie belebt: Vollzogene Anpassung eines Individuums an seine
Umwelt.
Text: Tobias Berger
Gefördert mit Mitteln der Kunsthochschule für Medien Köln
quicktime (2mb)
In 1999 I started experimenting
with basic electronic analogue circuits, which led me develop simple miniature
robots. All modules get their energy from solar cells and can thus work
autonomously, producing variable tiny sounds and movements. Their aesthetic
is determined by the functional electronic components. My interest lies
not so much in the individual output of his miniature robots but in their
interaction with each other. The focus is on the space, formed by the linked
modules and on the developed sculptural and acoustic fields. All modules
of the “Living particles” installations are developed with two
electronic circuits, the “suneater” and the “solarsoundmodule”.
The suneater was invented by the Canadian Mark Tilden*. It is a simple circuit
designed to gather energy from light to produce small movements. The solar
soundmodul is a self-development. It generates a large variety of quiet
sounds. The energy potential of the individual modules and the installations
is fixed on a very low energetic level, whereas the threshold is selected
in such a way that straight away movement, sound and thus interaction between
the modules take place. The loss of power guarantees an astable and fluidly
changing character in sound and movements. The autonomous audio kinetic
installations are presented in an art context. It is a matter of minimalism.
How much effort of energy, material, circuit and time is required, to occupy
a real and also an acoustic area?
Apart from the robot fields and installations I researched the circuits
within other ranges. Thus I offered workshops parallel to the installations,
exposed solarrobots in nature, urban and private areas, tried connections
to real plants and played with the "solarsoundmodul" in concerts.
*Credits to Mark Tilden & the BEAM
community
Seit 1999 arbeite und experimentiere Ich mit simplen, analogen, elektronischen
Schaltungen und baue mit diesen Module und einfache Miniaturroboter auf. Alle
Module sind über Solarzellen mit Energie versorgt und arbeiten autonom.
Sie erzeugen leise, variable Klänge und kleinste Bewegungen. Die Module
sind rein funktional aus elektronischen Komponenten aufgebaut. Mein Interesse
gilt nicht den einzelnen Modulen sondern den Verschaltungen dieser zu Systemen.
Es geht um den Raum, den die verknüpften Module aufspannen und den entstehenden
plastischen und akustischen Feldern. Realisiert wurden verschiedene komplexe,
minimalistische Installationen ("living particles", "evas
family", "styrofoam in love"). Die Module der
"living particles" Installationen sind mit zwei elektronischen
Schaltungen, dem "suneater" und dem "solarsoundmodul"
aufgebaut. Der suneater wurde von dem Canadier Mark Tilden*
entwickelt, und erlaubt es kleine Motoren gepulst mit Energie von Solarzellen
anzusteuern. Das solarsoundmodul ist eine Eigenentwicklung. Es generiert leise
sich ständig verändernde Töne. Das Energiepotential der einzelnen
Module und der Installationen wird auf einem sehr niedrigen energetischem
Niveau gehalten, wobei die Schwelle so gewählt wird, dass gerade etwas
passiert. Aufgrund der Mangelversorgung durch die Solarmodule arbeiten die
Schaltungen astabil und erzeugen spezielle Bewegungs- und Klangpattern, die
sich rhythmisch und chaotisch verdichten. Präsentiert werden die autonomen,
audiokinetischen Installationen im Kunstkontext. Es geht dabei um einen minimalistischen
Ansatz. Wie viel Energie-, Material-, Schaltungs- und Zeitaufwand bedarf es,
um einen bestimmten realen und auch einen akustischen Raum zu besetzen?
Neben den Roboterfeldern und Installationen habe ich die Schaltungen auch
in anderen Bereichen untersucht. So habe ich parallel zu den Installationen
Workshops angeboten, Solarroboter in natürlichen, urbanen und privaten
Räumen ausgesetzt, Anbindungen an reale Pflanzen versucht und die Schaltungen
als Klangerzeuger in Konzerten eingesetzt.
*Dank an Mark Tilden und den BEAM Ring
TAGE OHNE SONNE / DELTAWERK
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LIVING PARTICLES #09 / Deltawerk
Solingen 2002
Complex installation within the autonomous audio kinetic works. Many different
modules are interconnected for special space conditions. There are three different
types of particles in the system. One creates quit, variable sounds, the other
move. Special particles combine these two, create connecting points and feed
their energies back. The amount of movement of the individual particles depends
on the intensity of light and the level of agitation of the neighbouring particles.
A change in position changes the intensity of the light and consequently the
sounds that are being created. The distance between the sounding particles
are such that under perfect conditions (relative silence and enough light)
they develop a fragile net of quit ever changing sounds.
Gefördert mit Mitteln der Kunsthochschule für Medien Kölnn
quicktime (5,7mb)
LIVING PARTICLES #34 / STREAMS OF ENCOUNTER
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LIVING PARTICLES #34 / Taipei
Fine Arts Museum 2003
Eine Installation mit ca. 40 elektronischen Partikeln.
LIVING PARTICLES #39 / KlAIPEDA PICTURE GALLERY
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LIVING PARTICLES
#39 / Lithuania 2004
Eine Installation mit ca. 50 elektronischen Partikeln.
LIVING PARTICLES #47 / SKUC GALLERY
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LIVING PARTICLES #47 / Skuc
Gallery / Ljubljana 2005
Eine Installation mit 36 elektronischen Partikeln.
Foto:
Pascal Glissmann
LIVING PARTICLES #51 / MUSEUM SCHLOSS
MOYLAND
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LIVING PARTICLES #51 / IM
AUGE DES KLANGS I / Schloss Moyland 2007
Installation für den Raum der plastischen Arbeiten Joseph
Beuys der Sammlung van der Grinten
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Ein leises Zirpen, Zwitschern, Fiepen ist zu
hören, macht neugierig, lockt die Museumsbesucher an wie bei Dunkelheit
das Licht die Insekten. Sind es Tiere im Museum, die hier den Menschen ködernd
rufen? Hat sich die Natur, vergleichbar der Arbeiten von Marianne Greve
und Stefan Schneider des Museums bemächtigt? Living Particles,
lebende Teilchen, betitelt Ralf Schreber seine kinetische Klang-und Lichtinstallation
im Museum Schloss Moyland; Teilchen, die erst der Kontakt mit Licht zum
Leben und somit zum Tönen erweckt. Ralf Schreiber ist ein Tüftler,
erfindet und kreiert kleine solargesteuerte Module an Zweigen aus dem Moyländer
Park, die er zwischen zwei Schienen vor eine Wand mit den Plastischen
Bildern von Joseph Beuys auf dem Boden "abgelegt" hat. Tote
natürliche Materie bestückt mit winzigen Modulen, Lautsprechern,
Solarzellen und Kabeln bilden den kleinteiligen Grund, über den sich
langsam ein licht- und klanggebendes, kastenförmiges Objekt endlos
hin und her bewegt. Sein Gehäuse ist ein einfacher brauner Pappkarton,
der auf einem metallenen Gestell mit vier Rädern auf einem Schienenstrang
geführt wird. Angetrieben wird das Vehikel durch einen kleinen Motor
im Innern des Kastens zwischen Leuchtstoffröhren. Ihr helles Licht
initiiert und begleitet jede Bewegung des Gehäuses und wirft einen
hellen Schein auf den weißen Marmorboden des Raumes. Was mag sich
in dem verschlossenen Behältnis befinden, aus dem natürlich klingende
Laute von Vögeln, Zikaden, Fröschen oder Insekten zu dringen scheinen?
Fährt hier ein kleines, dich besiedeltes, virtuelles Biotop durch den
Museumsraum. Spielerisch greift Ralf Schreiber hier das Wesen von Fluxus
auf: Alles hat musikalische Qualität, auch durch Module solargesteuerter
leise Töne chaotisch-elektronischer Natur, alles ist Bewegung und das
Zufallsprinzip wird zum konstitutiven Teil der Arbeit. Mit seiner Installation
Living Particles #51 erweist Ralf Schreiber zugleich Joseph Beuys
inmitten und zu Füssen dessen Plastischen Bildern Referenz.
( ...) Die Sphäre des Kindlichen, die Unbefangenheit und noch naive
Auseinandersetzung mit dem Leben einerseits und andererseits der Blick zurück
auf eine frühe Lebensphase kennzeichnet auch die Klanginstallation
von Ralf Schreiber. Auf heiter Weise weckt sie die kindliche Neugier und
den Spieltrieb des Menschen: war Ralf Schreiber beim Aufbau seiner Arbeit
Im Auge des Klangs I- The Eye of Sound I häufig von Museumsbesuchern
umringt, die Ihn beim Löten und Einrichten seine Arbeit beobachteten
und befragten, sieht man jetzt manchen Besucher sich niederknien oder gar
bäuchlings auf den Boden legen, um zu erkunden, woher die naturartigen
Klänge und der unwirkliche Lichtschein kommen und was sich nun wirklich
in dem braunen Pappkarton befindet. Ihr Bemühen bleibt ergebnislos,
da das Behältnis ein animalisches Innenleben zwar akustisch vortäuscht,
jedoch visuell nicht offenbart. Die vernehmlichen Klänge bilden eine
Brücke, die nur assoziativ beschritten werden kann, eine Brücke
zwischen dem Zuhörer und Betrachter im Museumsraum und dem nomadenhaften
Paralleluniversum der Living Particles in dem kleinen Pappgehäuse.
Katalogtext: Dr. Bettina Paust
Foto (links): Maurice Dorren
Ralf Schreiber has installed his light sledge "Living particles
#51" on the floor beneath a wall containing "Sculptural Images"
by Joseph Beuys. The box-liked objects are packed against on another densely
as they protrude from the wall. Directly beneath them, another object moves
slowly back and forth along rails. The brown cardboard box appears to be
creating a mean for the radically different size of the works in the room.
From the closed container, the interior of which remains invisible, comes
on undefined whistling, cheeping, chirping and chirruping; and visitors
might be thinking that a small, heavily populated virtual biotope is travelling
through the room. Here Ralf Schreiber takes up the essential of Fluxus in
a playful manner. Everything has musical qualities – even the quite,
chaotic electronic tones produced by a solar controlled module- and everything
is motion
catalog text: Dr. Bettina Paust
photo (left):
Maurice Dorren
LIVING PARTICLES #45 / KUNSTVEREIN BOCHUM
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LIVING
PARTICLES #45 / Kunstverein Bochum 2005
Eine Installation mit 56 elektronischen Partikeln.
Die Living Particles Installation (Version 45) basiert
auf einer Variante, die im Glaskasten Marl anlässlich des deutschen Klankunstpreises
gezeigt wurde. Im Kunstverein Bochum wurde diese Version zum ersten Mal in
einer großen Formation und angepasst auf die spezifische akustischen
Raumsituation ausgestellt. Sie besteht aus 56 elektronischen Modulen, die
waagerecht im Raum hängend, eine rechteckige Fläche bilden. Die
Module decken Ihren gesamten Energiebedarf mittels kleiner Solarzellen und
generieren minimale Bewegungen und leise, hochfrequente Geräusche. Insgesamt
sind über 150 Schwingkreise mit einer großen Anzahl von möglichen
Schaltverbindungen zu einem großen nervalen Netz verknüpft. Akustische
und kinetische Wellenbewegungen wechseln sich dabei ab, beeinflussen sich
gegenseitig und durchlaufen die Gesamtinstallation. Die strenge funktionale
Grundstruktur der Hängung steht dabei im Gegensatz zu den chaotischen
Bewegungsabläufen und den variablen Klangmustern. Der Betrachter sieht
sich mit einem autonomen und autistischen System konfrontiert, das relativ
unabhängig von seiner Umgebung agiert. Alles was passiert, passiert auch
ohne ihn. Dabei ist die Installation kein Technikmodell zur Simulation von
Natur, sondern eine komplexe und sensible Versuchsanordnung zur Schaffung
von Bedingungen, in denen sich ein artifizielles, selbstständiges und
chaotisches Eigenleben einstellt. Darüber hinaus ist Living Particles
auch eine Maschine, in der sich, durch die verschiedenen Transformationsprozesse
von Licht/Strom/Klang/Bewegung mit allen ihren Bezügen und Relationen,
letztendlich die räumlichen Kategorien in zeitliche Kategorien wandeln.
quicktime
(6,3mb)