living
particles #51
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IM AUGE DES KLANGS I / Schloss
Moyland 2007
Installation für den Raum der plastischen Arbeiten Joseph Beuys
der Sammlung van der Grinten
Ein leises Zirpen, Zwitschern, Fiepen ist zu hören,
macht neugierig, lockt die Museumsbesucher an wie bei Dunkelheit das Licht
die Insekten. Sind es Tiere im Museum, die hier den Menschen ködernd
rufen? Hat sich die Natur, vergleichbar der Arbeiten von Marianne Greve und
Stefan Schneider des Museums bemächtigt? Living Particles, lebende
Teilchen, betitelt Ralf Schreber seine kinetische Klang-und Lichtinstallation
im Museum Schloss Moyland; Teilchen, die erst der Kontakt mit Licht zum Leben
und somit zum Tönen erweckt. Ralf Schreiber ist ein Tüftler, erfindet
und kreiert kleine solargesteuerte Module an Zweigen aus dem Moyländer
Park, die er zwischen zwei Schienen vor eine Wand mit den Plastischen
Bildern von Joseph Beuys auf dem Boden "abgelegt" hat. Tote
natürliche Materie bestückt mit winzigen Modulen, Lautsprechern,
Solarzellen und Kabeln bilden den kleinteiligen Grund, über den sich
langsam ein licht- und klanggebendes, kastenförmiges Objekt endlos hin
und her bewegt. Sein Gehäuse ist ein einfacher brauner Pappkarton, der
auf einem metallenen Gestell mit vier Rädern auf einem Schienenstrang
geführt wird. Angetrieben wird das Vehikel durch einen kleinen Motor
im Innern des Kastens zwischen Leuchtstoffröhren. Ihr helles Licht initiiert
und begleitet jede Bewegung des Gehäuses und wirft einen hellen Schein
auf den weißen Marmorboden des Raumes. Was mag sich in dem verschlossenen
Behältnis befinden, aus dem natürlich klingende Laute von Vögeln,
Zikaden, Fröschen oder Insekten zu dringen scheinen? Fährt hier
ein kleines, dich besiedeltes, virtuelles Biotop durch den Museumsraum. Spielerisch
greift Ralf Schreiber hier das Wesen von Fluxus auf: Alles hat musikalische
Qualität, auch durch Module solargesteuerter leise Töne chaotisch-elektronischer
Natur, alles ist Bewegung und das Zufallsprinzip wird zum konstitutiven Teil
der Arbeit. Mit seiner Installation Living Particles #51 erweist
Ralf Schreiber zugleich Joseph Beuys inmitten und zu Füssen dessen Plastischen
Bildern Referenz. ( ...) Die Sphäre des Kindlichen, die Unbefangenheit
und noch naive Auseinandersetzung mit dem Leben einerseits und andererseits
der Blick zurück auf eine frühe Lebensphase kennzeichnet auch die
Klanginstallation von Ralf Schreiber. Auf heiter Weise weckt sie die kindliche
Neugier und den Spieltrieb des Menschen: war Ralf Schreiber beim Aufbau seiner
Arbeit Im Auge des Klangs I- The Eye of Sound I häufig von Museumsbesuchern
umringt, die Ihn beim Löten und Einrichten seine Arbeit beobachteten
und befragten, sieht man jetzt manchen Besucher sich niederknien oder gar
bäuchlings auf den Boden legen, um zu erkunden, woher die naturartigen
Klänge und der unwirkliche Lichtschein kommen und was sich nun wirklich
in dem braunen Pappkarton befindet. Ihr Bemühen bleibt ergebnislos, da
das Behältnis ein animalisches Innenleben zwar akustisch vortäuscht,
jedoch visuell nicht offenbart. Die vernehmlichen Klänge bilden eine
Brücke, die nur assoziativ beschritten werden kann, eine Brücke
zwischen dem Zuhörer und Betrachter im Museumsraum und dem nomadenhaften
Paralleluniversum der Living Particles in dem kleinen Pappgehäuse.
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(Katalogtext: Dr. Bettina Paust)
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Ralf Schreiber has installed his light sledge "Living particles #51"
on the floor beneath a wall containing "Sculptural Images" by Joseph
Beuys. The box-liked objects are packed against on another densely as they
protrude from the wall. Directly beneath them, another object moves slowly
back and forth along rails. The brown cardboard box appears to be creating
a mean for the radically different size of the works in the room. From the
closed container, the interior of which remains invisible, comes on undefined
whistling, cheeping, chirping and chirruping; and visitors might be thinking
that a small, heavily populated virtual biotope is travelling through the
room. Here Ralf Schreiber takes up the essential of Fluxus in a playful manner.
Everything has musical qualities – even the quite, chaotic electronic
tones produced by a solar controlled module- and everything is motion
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(catalog text: Dr. Bettina Paust)
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